Farming God’s Way – Tanzania und der verlorene Dschungel

Meine ganz persönlichen Eindrücke und die brennende Frage, ob das bei uns auch passieren kann?

Da saß ich nun, aufgeregt, nervös und auch ein klein wenig ängstlich. Machte ich mich doch auf den Weg in ein für mich unbekanntes Land, nach Tanzania. Wusstest du, dass die Hauptstadt von Tanzania Dodoma heißt oder dass Dar Es Salaam mit sieben Millionen Einwohnern die größte und reichste Stadt in Tanzania ist? Ich jedenfalls habe auf dieser Reise viel Neues gelernt und prägende Eindrücke sammeln können.

Mein Ziel: das Projektgelände von Care of Creation in Tanzania, nahe Dodoma. Auf diesem Gelände wird in Zukunft „Farming God´s Ways“ praktiziert. Aber wie hat sich Gott die Landwirtschaft vorgestellt? Werfe doch einmal einen genauen Blick in die unberührte Natur und beobachte, wie Gott seine Schöpfung versorgt. Der „Entwickler“ von Farming God´s Ways hat es genauso gemacht, daraus gelernt und aus dem Gelernten Farming God´s Ways entworfen.

Meine Gastgeber: Alice und Martin Tlustos, die seit Juni dabei sind eine Farm nach dem Prinzip „Farming God’s way“ aufbauen. Kein einfaches Gelände, dass sich die beiden als Projektort ausgesucht haben. Dodoma zählt nicht nur zu den trockensten Gegenden in Tanzania, sondern auch zu den ärmsten. Trockene Savanne, wohin das Auge schaut. Kaum ein Baum weit und breit. So rar sich die Bäume machen, so rar macht sich auch der Regen. Ich konnte es kaum glauben, als ich erfuhr, dass vor ca. 20 Jahren das Gebiet tiefster Dschungel war. Was ist passiert? Wie konnte aus grünem Dschungel innerhalb von nur 20 Jahren eine trockene Savanne werden?

Eigentlich ist der Grund ein sehr menschlicher. Die Menschen brauchten Feuerholz. Dafür wurde nach und nach der Dschungel abgeholzt. Leider versäumten die Menschen junge Bäume anzupflanzen, um weiterhin Feuerholz zu haben. Und so stand ich auf extrem fruchtbarem Boden, der durch Misswirtschaft zur trockenen Savanne wurde. Leider bleibt der Regen aus, selbst in der Regenzeit regnet es nicht genügend. So haben die Menschen rund um Dodoma weder genügend Wasser für sich, noch um das Land wieder zu bewirtschaften. Dabei wäre es für die Menschen so wichtig, ihr eigenes Gemüse und Obst pflanzen und ernten zu können. Ist das doch wesentlich billiger als alles teuer auf dem Wochenmarkt in Dodoma einzukaufen.

Mir wurde in der Zeit in Tanzania so sehr bewusst, welch wunderbaren Schatz an Ressourcen wir hier in Österreich haben. Wir haben Wasser, Strom, Essen, Berge, Wälder, grüne Wiesen und so vieles mehr. Als ich so über unsere Ressourcen nachdachte, kam die gewaltige Frage in mir auf „könnte das bei uns auch passieren?“ Könnten wir durch Misswirtschaft unsere Wiesen und Wälder in eine trockene und trostlose Savanne verwandeln? Seien wir ehrlich, wir haben kein Recht auf diese Ressourcenvielfallt und auch kein Versprechen, dass wir ewig in einer solchen wunderbaren Landschaft leben werden.

In Tanzania las ich aus Psalm 107:

Er verwandelt Flüsse in Wüsten und Quellen in trockenes Land. Aus fruchtbarem Land macht er eine Salzwüste wegen der Bosheit der Menschen, die dort Leben.“

Diese Verse verfolgten mich gleich bis in die Nacht und ich hatte einen merkwürdigen Traum. Ich träumte ich wäre wieder zurück in Österreich und dass auch bei uns die Bäume anfangen abzusterben ohne dass junge Bäume nachwachsen. Obwohl es in meinem Traum noch nicht so schlimm aussah wie in Tanzania war es ein Albtraum.

In Tanzania durfte ich sehr viele Eindrücke sammeln. Vor allem aber hat die Zeit in Tanzania mir die Augen geöffnet und mich motiviert mir meiner Schöpfungsverantwortung im Alltag wieder neu bewusst zu werden.

Die Herausforderung liegt jetzt darin, wie Gott seine Schöpfung wirklich versorgt und liebt. Sei dabei und entdecke, wie unser herrlicher Schöpfer seine Natur geschaffen hat! Sei dabei und erforsche, wie Gott möchte, dass wir mit seiner Welt umgehen! Sei dabei und finde einen Weg, um nicht plötzlich in der trockenen Savanne zu stehen! Sei dabei und lasst uns zusammen unseren Gott und Vater verherrlichen! Sei dabei, denn nur gemeinsam kommen wir ans Ziel!

 

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